Aus dem Gutachten der Dozentin:
... Frau JL hat bei mir in den vergangenen Semestern eine Reihe von Seminaren besucht und nimmt derzeit an meiner Veranstaltung zu dem Thema „...“ teil. In den Lehrveranstaltungen habe ich sie stets als eine engagierte Teilnehmerin erlebt, die sich mit wertvollen Beiträgen an den Seminardiskussionen beteiligt...
Hach, da wird der Rücken gleich noch ein bisschen gerader :)
tigerhöhle — 7. Mai, 13:10
Die 35. von insgesamt ca. 41 Sinfonien findet eindeutig weit weniger Beachtung als die erste von neun. Und damit sind auch historische Kritiken schwieriger zu finden.
tigerhöhle — 7. Mai, 07:39
Referat gut gemeistert, Dozentin war zufrieden, ich ebenfalls. Habe ihr anschließend von meinen Projektplänen erzählt, die ja hervorragend zum Thema der Vorlesung passen. Sie hat nichts dagegen, wenn ich den Antrag zur Hausarbeit erweitere. Und: Ich kann mich nicht erinnern, aufgeregt gewesen zu sein, weder vor dem Referat, noch währenddessen.
Die Dozentin ist sensibler, als ich dachte. nachdem sie im Seminar in die Runde gefragt hatte, ob jemand einen Programmheftbeitrag für sie schreibt, kam sie zu mir, um mir zu versichern, dass das keine Kritik an meinen Artikeln sein sollte.
Offenbar zeige ich meine Gefühle ab und an so deutlich, dass Leute sich genötigt fühlen, mich tröstend zu tätscheln. Weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Ich muss was streichen. Ab nächste Woche kein Schubert-Seminar mehr. Vielleicht macht dann der Chor auch wieder Spaß.
tigerhöhle — 6. Mai, 19:06
Eine Eigenart Informationsdienstleistender ist es, keine oder möglichst wenig Informationen über ihre Tätigkeit preiszugeben. Absurd, wie ich finde.
Hilfreiche Hilfen zur Recherche in Datenbanken jeder Art sucht man oft vergebens. Informationen zu den Quellen (welche Zeitschriften werden ausgewertet, welche Server durchsucht) ebenfalls.
Bibliotheken sehen sich genötigt, Informationskompetenz zu vermitteln. Über die konkreten Inhalte ist kaum etwas zu erfahren, Schulungsmaterial findet sich nur sehr vereinzelt im Netz. Die Veröffentlichungen, die es zu dem Thema gibt, preisen polemisch den Wert von Informationskompetenz und die Notwendigkeit ihrer Vermittlung. (Angesichts dieses Mangels an Dialektik kommen mir Zweifel, ob eine aktive Vermittlung wirklich nötig ist, oder ob die Notwendigkeit eine künstliche erstellte ist und den Benutzern gewisse Informationen absichtlich verborgen bleiben.)
Sicher, Schulklassen lassen sich gerne durch Öffentliche Bibliotheken scheuchen, und für beide Seiten ist das eine nette Abwechslung. Erstsemestern kann man damit ebenfalls einen Gefallen tun. Die werden dann nicht gescheucht, sondern können unter Anleitung das Recherchieren üben.
Aber Wissenschaftlern Informationskompetenz zu vermitteln, scheint mir nur bedingt sinnvoll und möglich. Menschen, die seit Jahren selbst lernen, kann man einfach nicht anleiten, finde ich. Die sind kompetent genug, selbst zu entscheiden, welche Information sie benötigen und sich den Umgang mit den Systemen anzueignen. Was natürlich komfortabler ist, wenn es vernünftige Hilfen dazu gibt.
Also werde ich morgen einen exemplarischen Vortrag zu den tollsten Informationssystemen halten, auf das frisch lizenzierte Literaturverwaltungssystem hinweisen, ein paar Sätze zum Umgang mit DOIs und URNs sagen und anschließend mit obiger Überlegung (das Eingeklammerte wohlweislich ausgenommen) begründen, warum ich es so mache und nicht anders.
tigerhöhle — 6. Mai, 00:27
Ich sollte es nicht tun, aber ich mache mir trotzdem Hoffnungen, große sogar, nachdem ich heute den Antrag fürs Projekttutorium abgegeben habe.
Zu dritt und im Büro des Profs macht das Seminar irgendwie mehr Spaß. Und Englisch sprechen fällt auch leichter.
Ich muss mehr lesen. Nur wann?
Kurze, eigentlich nichtssagende Kommentare, in denen die Wörter Klangraum, horizontal, Gewebe vorkommen, können staunend-bewundernde Blicke hervorrufen.
Ich bin zum Bildungskurzurlaub eingeladen: Ein Wochenende mit Hotelübernachtung und Privatführung durch die Nationalbibliothek in Leipzig. Demnächst, wenn die erste Stresswelle überstanden ist :)
tigerhöhle — 5. Mai, 19:31
tigerhöhle — 4. Mai, 17:31
Da schleppte ich also gestern am helllichten Tag mein abgeschlossenes Fahrrad vom Supermarkt nach Hause.
Reihenweise Leute kamen mir entgegen oder überholten mich, auch ein Polizeiauto war dabei.
Keiner half, keiner fragte, ob das denn auch rechtens sei.
Ich frage mich, ob es anders gewesen wäre, wenn ich nicht die Marie-Curie-Allee, sondern z.B. die Wühlisch-, die Wins- oder die Tucholskystraße entlanggegangen wär.
tigerhöhle — 4. Mai, 10:05
Mein Fahrrad steht vorm Supermarkt und lässt sich nicht mehr aufschließen.
So ein Scheiß...
tigerhöhle — 3. Mai, 14:46
Der Mann der bereits das
eine oder
andere Mal mein Missfallen erregte, läuft mir dieses Semester übermäßig häufig über den Weg, denn er besucht zwei, drei, vier der Veranstaltungen, an denen auch ich teilnehme.
Und, was ich kaum für möglich gehalten hätte, meine Abneigung wächst: Er belegt grundsätzlich alleine einen ganzen Tisch. Den reserviert er sich frühzeitig, indem er einen Wust zerfledderter Zettel darauf verteilt, sein hässliches Jackett über den Stuhl hängt (den anderen stellt er weg, damit sich auch niemand versehentlich neben ihn setzt). Dann verschwindet er, um fünf, zehn, fünfzehn Minuten nach Veranstaltungsbeginn lautstark und mit Kaffee kleckernd sich zu setzen. In Vorlesungen verhält er sich halbwegs ruhig, in Seminaren unterbricht er und stellt sein "Wissen" heraus, wo er nur kann: stellt Fragen, die keine sind, weicht vom Thema ab, weil ihm zu einem Stichwort irgendwas einfällt, und ergänzt besonders gerne beispielhafte Aufzählungen der Dozenten. Diese wirken durchweg ablehnend, was ihn nicht weiter zu stören scheint. Wahrscheinlich hat er sich schon daran gewöhnt.
Wann immer er etwas sagt oder sonstwie auf sich aufmerksam macht, entgleitet mir meine Mimik. Neulich hat er im Aufenthaltsraum einen auf (modernen) Beethoven gemacht, indem er seinen Kopf unter den Wasserhahn gehalten hat. Seine begleitenden Lautäußerungen glichen denen von Nilpferden, und ich werde die Erinnerung einfach nicht los.
Hinter ihm zu sitzen ist schier unerträglich, denn der speckige, schorfig-picklige Nacken erregt bei mir Übelkeit. Ebenso fällt es mir schwer, einen PC zu benutzen, von dem ich weiß, dass er zuvor daran gearbeitet hat. Das war neulich nicht zu vermeiden. Als dann noch meine nach Zigarettenrauch stinkende Ex-Chefin sich neben mich setzte, weil sie mir bei etwas helfen wollte (was sie aber nicht konnte und ich auch nicht wollte), machte ich schnell und unhöflich einen Abgang und stand zu Hause erstmal minutenlang unter der kochend-heißen Dusche.
In der Bibliothek ist es Praxis, die Bücher, mit denen man arbeitet, auf einem der Tische liegen zu lassen, mit einem Zettelchen drin, auf dem steht, ab wann sie weggeräumt werden können. Er führt diese Praxis ad absurdum: Mit fortschreitendem Semester häuft er Unmengen an Büchern auf, er mauert den Tisch quasi ein. Dass andere 1.) auch an dem Tisch arbeiten wollen und 2.) das eine oder andere seiner Bücher brauchen, stört ihn nicht. Meine Freundin, die in der Bibliothek arbeitet, hat beobachtet, dass er eigentlich nur häuft und nicht liest.
Anscheinend weiß niemand so richtig, wer er ist. Dr. Maus wird er genannt, denn er hat oft eine Plüschmaus in der Brusttasche seines Jacketts stecken und zeichnet zumindest einem der Profs am Ende der Veranstaltung eine Maus. Dieser Prof hat ihm auch den Namen gegeben.
Ich bin schon dabei, mir zu überlegen was ich sage, sollte er mich bei einem meiner Referate unterbrechen. Und es ist nicht mal unwahrscheinlich, dass es mir im entscheidenden Moment zur Abwechslung einmal nicht die Sprache verschlägt.
tigerhöhle — 3. Mai, 10:43
Irgendwie stolz war ich, als die Dozentin, nachdem ich einen Beitrag geleistet hatte, der heftige Widersprüche hervorrief, einen nach dem anderen relativierte, und meine Beobachtung als richtig und weiterdenkenswert beurteilte.
Im Boden hätte ich jedoch versinken können, als der Dozent dazu aufrief, zum Zwecke einer groben harmonischen Analyse einen Klavierauszug aus der Orchesterpartitur zu erstellen und ich keinen Schimmer hatte, welche Töne ich den transponierenden Instrumenten zuordnen sollte.
tigerhöhle — 2. Mai, 19:52
Nu fang bloß nicht wieder an zu jammern! Selbst Schuld, wenn du dir zu viel vornimmst.
*arschtret*
tigerhöhle — 29. Apr, 22:09
Nun weiß ich auch, warum meine Freundin immer so jammernd quietscht, wenn sie ihren Freund imitiert. *g*
(Erst dachte ich ja, er tut absichtlich leidend und vernachlässigt, damit sie mich versetzt und mit ihm Eisessen geht, oder wir ihn zumindest mitnehmen. Aber nein, offenbar war dem nicht so.)
tigerhöhle — 28. Apr, 20:26
Es gibt Lexika und Enzyklopädien auf Papier, auf CD-ROM und im Netz, sie unterscheiden sich jedoch nicht nur hinsichtlich ihres Trägermediums, sondern auch in punkto Verfüg- und Recherchierbarkeit, Verlässlichkeit, Beständigkeit, Renommee etc. Ausgewählte Artikel der Wikipedia erscheinen demnächst gedruckt.
Zeitschriften werden auf Papier oder im Netz, frei zugänglich oder lizenziert, publiziert, außerdem gibt es immer mehr hybride Journale und Retrodigitalisierungen.
Auch einzelne Kapitel und sogar ganze Bücher stehen im Netz, an den verschiedensten Stellen.
Außerdem Texte verschiedenster Art und Qualität, die ohne das Internet wahrscheinlich nie publiziert würden.
Ganz automatisch ging ich bei der Konzeption des Zeitplans für das Tutorium von der Unterscheidung nach Trägermaterialien aus. Aber sehr schnell wurde mir klar: Das wäre wenig sinnvoll und praktikabel, denn die Wikipedia ist nunmal eine Enzyklopädie und wenn wir schon am vergleichen und bewerten sind, sollten wir sie nicht ausschließen. Wo würden ihre Vor- und Nachteile überzeugender zum Vorschein kommen als in der Gegenüberstellung mit Brockhaus, MGG, New Grove, HmT & Co.?
Auch bei Zeitschriften machte diese Unterscheidung nur bedingt Sinn: Wenn ich nach einem konkreten Artikel suche, ist es mir schließlich egal, in welcher Form er schließlich vor mir liegt, entscheidend ist der Inhalt.
Vielleicht wäre es also tatsächlich sinnvoll, ganz unten anzufangen: Wie finde ich Literatur, von der ich weiß, dass es sie gibt? Davon ausgehend die Benutzung sämtlicher erdenklicher Findemittel und Erschwerung der Bedingungen: Was ist, wenn ich den Autor, Titel oder beides nicht kenne? Was, wenn ich einen Aufsatz suche und das enthaltende Werk nicht kenne?
Anschließend käme, logischerweise, die thematische Suche, Unterscheidung zwischen Schlagworten und Stichwörtern, Umgang mit Bibliographien und so.
Aber hier setzt es bei mir schon wieder aus, es passt irgendwie nicht, es ist zu didaktisch, glaube ich. Das darf der offizielle Vorgehensplan jedoch nicht sein, dann fiele das Thema unter Grundlagen und würde abgelehnt, denn die zu vermitteln ist nicht Aufgabe von PTs. Deshalb muss ich den Entscheidungsträgern vorgaukeln, die Studenten besäßen diese Grundlagenkenntnisse größtenteils bereits und würden sie allenfalls etwas ausbauen im Zuge einer systematischen Bestandsaufnahme und Bewertung der verfügbaren Informationsmittel für Musikwissenschaftler, ihrer Zugänglichkeit, ihrer Vorteile und Tücken. Das soll auch tatsächlich geschehen, das Ergebnis wird publiziert werden. Trotzdem ist das Ganze erstmal eine große Mogelei, was ja so gar nicht meins ist, und deshalb wahrscheinlich auch meine Probleme bei der Konzeption...
tigerhöhle — 27. Apr, 17:02
- Die ungebremst ins Schloss donnernde Haustür.
- Nachbarn die offenbar mit Springerstiefeln durch ihre Wohnung stapfen.
- Leute die redend und rauchend unter meinem geöffneten Fenster stehen, während ich versuche zu arbeiten.
- Der Tiger, der ständig um meine Beine streicht und meine Aufmerksamkeit fordert, von der ich ihm jetzt und in den kommenden drei Monaten viel zu wenig schenken kann.
- Katzenhaare an Kontaktlinsen.
- Begründete Angst vor ehemaligen Freunden und dem eigenen Drang, den Kampf zu eröffnen, damit die ängstliche Warterei ein Ende hat.
- Bibliotheken mit exorbitanten Jahresbeiträgen und zu wenig Arbeitsplätzen für zu viele Leser.
- Der Knoten in meiner Halswirbelsäule, der schmerzfreies Kopfdrehen verhindert und Zwitschern im linken Ohr verursacht.
- Mein lahmarschiger PC.
- Gefühle die unerwidert ins Leere gehen.
- Volle Supermärkte.
- Die Leere in der Chili-Kakao-Dose.
- Mein Gejammer.
tigerhöhle — 26. Apr, 15:25